Alles für die Katz‘

Die Katze ist in Deutschland das beliebteste Haustier. Katzen haben – meistens – ein freundliches Wesen und fühlen sich in menschlicher Gesellschaft wohl. Es heißt, sie seien sehr „offen“: Wenn es ihnen gut geht, schnurren sie, wenn ihnen etwas nicht passt, wedeln sie mit dem Schwanz. Ist das so? Außerdem wirken Katzen auf den Menschen beruhigend und gelten als „Therapietiere“. Wirklich?

Soweit die gängigsten Thesen. Aber genügt dieses Wissen, um eine Katze als Haustier zu halten? Eher nicht. Wer die Bedürfnisse seiner Katze nicht versteht, hat schnell eine schlecht gelaunte, überall markierende und im Extremfall kranke Kratzbürste daheim.

Gerd Ludwig: Katzen
Gerd Ludwig: Katzen

Es gibt eine Fülle von Ratgeber-Büchern zum Thema. Thematisch umfassend und sehr gut gegliedert ist Katzen – Verhalten, Pflege, Ernährung, Beschäftigung von Gerd Ludwig. Ludwigs Buch beginnt VOR der Anschaffung einer Katze: Es bereitet potentielle Katzenhalter darauf vor, was sie erwartet. Sie erfahren, was wirklich „typisch Katze“ ist, dass Katzensprache mehr ist als Schnurren und Schwanzwedeln, wann die Katze Nähe und wann sie Ruhe sucht, und der Autor spart auch Themen wie Rolligkeit, Paarung und Trächtigkeit nicht aus. Themen, an die viele Neu-Katzenbesitzer oft nicht denken, auf die man aber vorbereitet sein muss.

Erst danach, wenn der Leser weiß, worauf er sich einlässt, geht Gerd Ludwig darauf ein, wie der Mensch die passende Katze findet – und WO er sie findet. Es folgen Tipps zur benötigten Grundausstattung, zur Eingewöhnung in die neue Umgebung, zum Thema Katzen und Kinder, zur Frage „Wohin mit der Katze im Urlaub?“ und zum Umgang mit typischen, häufig auftretenden Problemsituationen.

Jeweils ein komplettes Kapitel ist richtiger Ernährung (sogar Diät-Tipps sind dabei), Gesundheit und Pflege (inklusive Erste Hilfe), sowie dem Spielen (ein kätzliches Grundbedürfnis!) gewidmet.

Klingt insgesamt recht aufwendig, so ein Leben mit Katze. Ist es auch. Aber eine Katze gibt so viel zurück … Für Albert Schweitzer zum Beispiel waren seine Katzen eine „Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens“, wie er sich ausdrückte. Das sagt doch alles.

Übrigens findet oft nicht der Mensch die passende Katze, sondern die Katze den passenden Menschen: Jeder fünfte Katzenbesitzer ist durch Zufall zu seinem Tier gekommen.

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