Umberto Eco - Nullnummer

Nullnummer von Umberto Eco

Ein rasanter Krimi von Bestsellerautor Umberto Eco: Nullnummer porträtiert das Milieu von Politik, Medien und „besserer Gesellschaft“ in Italien als Sumpf aus Korruption, Verschwörungen und Intrigen.

Mailand 1992. Der Chefredakteur einer italienischen Zeitung erhält von dem dubiosen Geschäftsmann und Verleger Vimercate einen ganz besonderen Auftrag. Er soll eine neue Zeitung auf den Markt bringen, die vor allem schmutzige Enthüllungen und Gerüchte über einflussreiche Menschen enthält. Ein Jahr lang werden nach dem Plan des Verlegers Probeausgaben, so genannte Nullnummern, erscheinen. Wer die Veröffentlichung von peinlichen Indiskretionen verhindern will, muss Vimercate Gefälligkeiten erweisen.

Umberto Eco - Nullnummer
Umberto Eco – Nullnummer

Der erfolglose Journalist und Schreiberling Colonna wird von besagtem Chefredakteur als eine Art Ghostwriter mit Doppelfunktion engagiert. Einerseits soll er mit Hilfe der neuen Zeitung Schmutz verbreiten, andererseits ein Enthüllungs-Buch schreiben, das eben diesen Skandal später aufdeckt. Eines Nachts wird bei Colonna eingebrochen. Er vermutet, dass es dabei eine Diskette mit brisanten Informationen gestohlen werden sollte, welche die Einbrecher allerdings nicht fanden. Daher glaubt Colonna jetzt, dass er in Lebensgefahr schwebt. Und während er weiter an seinen absurden Nachrichten bastelt, deckt ein Kollege jede Menge echter Skandale auf …

Anfang der 1990er-Jahre gab es in Italien tatsächlich jede Menge Skandale. Man hörte viel von Mafia, Vatikanbank, Geheimloge P2 und hohen Politikern, die in all das verstrickt waren. 1992 wurde zum Beispiel die Leiche von Roberto Calvi, Präsident der Banco Ambrosiano, exhumiert. Zehn Jahre zuvor hatte man den „Bankier Gottes“ unter einer Londoner Brücke hängend gefunden, sonderbarerweise hielt man erst 1992 einen Mord für möglich.

„Halb Milieustudie, halb Agententhriller, halb Politsatire, aber ohne analytischen Tiefgang“, kritisierte Deutschlandradio Kultur: Umberto Eco hat mit Nullnummer diesmal wohl „nur“ gute Unterhaltungsliteratur abgeliefert. Wer auf die vermeintlich fehlende Tiefe auch mal verzichten kann, bekommt trotzdem ein überaus lesenswertes Buch.

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