„Wahrheitsjäger“ Tamer Bakiner warnt vor Fallstricken des Alltags

Die Worte Hinterlist und Intrige klingen in unseren Ohren alt und abgedroschen, wie Relikte aus einer fernen Vergangenheit. Mobbing klingt schon viel moderner, dieses Problems sind wir uns bewusst, aber passieren tut’s doch ja wohl den anderen, uns doch nicht, wir verstehen uns doch mit allen gut. Doch, doch, doch.Wahrheitsjäger

„Wer soll was gegen mich haben, ich hab‘ ja auch gegen keinen was.“ Sollte man meinen. Aber weder das eine noch das andere stimmt. Das zeigt Tamer Bakiner, einer der besten und erfolgreichsten Wirtschaftsermittler Deutschlands, in seinem Buch „Der Wahrheitsjäger“. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt.

Am besten versucht man mal, sich selbst möglichst objektiv zu betrachten. Würde man nicht gerne über die Nachbarin ein paar „nette“ Informationen haben, um beim nächsten Tratsch am Postschalter etwas zum Erzählen zu haben? Würde man den faulen Kollegen nicht manchmal gerne irgendwie auflaufen lassen, damit der Chef mal merkt, was das für einer ist? Würde man nicht gerne wissen, ob der Ehepartner wirklich Überstunden macht? Neidet man dem Nachbarn das schuldenfreie Haus? Dem Porschefahrer auf der Autobahn seine Geschwindigkeit, mit der er an uns vorbei zum Horizont rast? Oder (ironischerweise gibt’s das oft) dem Arbeitslosen seine Freizeit?

Und auch wenn man zu den seltenen Menschen gehört, die derartige und ähnliche Gedanken in stärkerer oder schwächerer Form anderen gegenüber nicht hegen, so hegen sie doch andere gegen einen selbst. Garantiert. Irgendwer, irgendwo, irgendwann. Manchmal von einer Sekunde zur nächsten. Werde Sie vielleicht nicht glauben. Denn: Man nimmt sich selbst meist gar nicht so wichtig, wie man für andere sein kann. Eigentlich sollte man denken, das Gegenteil wäre der Fall. Oft können kleinste Vorkommnisse Neid und Missgunst auslösen. Kleinste Unstimmigkeiten können für böses Blut sorgen. In kürzester Zeit ist man Intrigen und Mobbing und manchmal auch Schlimmerem ausgesetzt.

Ganz so schwarz, wie sich das jetzt anhört, malt „Der Wahrheitsjäger“ Tamer Bakiner nicht. Anhand von Beispielen aus seinem Detektivleben zeigt er nämlich auch, dass man sich vor Mitmenschen, die einem schaden wollen, recht gut schützen kann. Man muss die Gefahren kennen und sie im Alltag dann rechtzeitig erkennen – und passend reagieren.

Einer von Bakiners einfachsten und zugleich wichtigsten Tipps: Halten Sie öfter mal den Mund. Ist nicht unfreundlich gemeint. Aber man gibt unabsichtlich ständig mal mehr, mal weniger sensible Informationen über sich preis, mit denen uns Mitmenschen schaden können. Vielleicht sind sie uns im Moment der Informationsweitergabe noch wohl gesonnen. Aber wenn sich das ändert? Haben Sie dem Nachbarn einmal zu oft (selbst einmal kann zu oft sein) vom bevorstehenden Karibikurlaub erzählt? Sobald sie weg sind, führt er seinen Hund auf Ihrem Rasen Gassi und sein Neid weicht tiefer Genugtuung …

Hinterlist, Intrige, Mobbing, üble Nachrede, Verleumdung, Betrug. Es kann jeden treffen. Und wenn man nur im eigenen Garten in einen Hundehaufen tritt.

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