Sommer im Herzen

Sommer im Herzen von Mary Kay Andrews

Sommer im Herzen? Zu Beginn des Romans von Mary Kay Andrews sieht es nicht nach Sommer im Herzen aus. Da rastet die betrogene Grace aus, nennt ihre Konkurrentin Schlampe. „Das ist unsere Assistentin“, entgegnet Ben, ihr Mann, „Die Frau, die heute Abend von meiner Gattin attackiert wurde. Grace hat sie verjagt.“ „Unsere Assistentin?“, wiederholt Grace. „Das war sie, bevor ich sie dabei überraschte, wie sie dir heute Abend assistierte.“ Grace wendet sich an den untersuchenden Polizeibeamten. „Ich hab die beiden erwischt, wie sie es trieben, direkt in der Garage. Auf dem Vordersitz des Audi. Sie verstehen bestimmt, warum ich sichergehen will, dass die Tussi weg ist, oder?“ Ben darauf: „Nein, das stimmt nicht. Meine Frau bildet sich ein, etwas gesehen zu haben, was gar nicht stattgefunden hat, und bläst sich ganz fürchterlich auf.“ „Ich blase mich auf?“, ruft Grace und strampelt mit den Beinen. Ihre Stimme klingt überdreht fröhlich. „Ich würde eher sagen: Du wurdest aufgeblasen! Nur, dass ich nicht diejenige war, die geblasen hat!“

Sommer im HerzenWie ein Prosecco frizzante prickelt dieser Sommerroman im Urlaub am Pool. Ähnlich wie schon die früheren Bestseller von Mary Kay Andrews mit den Titeln „Sommerfrauen“ und „Sommerprickeln“. Die Autorin scheint die Jahreszeiten zu lieben, denn für den Winter hat sie „Winterfunkeln“ und „Weihnachtsglitzern“ geschrieben und Spring Fever wartet noch auf die deutsche Übersetzung. Mary Kay Andrews ist das Pseudonym der amerikanischen Schriftstellerin Kathy Hogan Trocheck aus Atlanta. Seit 2002 erschienen unter dem Pseudonym der 1954 geborenen und studierten Journalistin einige zu Bestseller gewordenen Titel. Zuvor arbeitete Mary Kay Andrews als Reporterin und seit 1991 als freie Schriftstellerin. Zwischen 1992 und 2000 veröffentlichte sie unter ihrem „richtigen“ Namen zehn Krimis. Dass sie dann unter einem Pseudonym zu veröffentlichen begann, hängt wohl damit zusammen, dass sie in der Zeit nach 2000 ihr Genre von Krimis zu Frauenromanen änderte. Anscheinend glaubte sie, ihre Leserinnen und Leser würden ihr den Genrewechsel nicht abnehmen. Warum aber nicht? So lange die Frauenromane so spannend oder sagen wir prickelnd geschrieben sind wie die Krimis, spricht nichts dagegen, beim eigentlichen Namen zu bleiben.

Jedenfalls halten viele Sommer im Herzen für das beste Sommerbuch seit langem. Das Buch bringt Sommerfeeling, Romantik und Spannung auf über 600 Seiten an die Leserin oder den Leser. Denn Mary Kay Andrews zeichnet Grace als Frau von nebenan, die über Lifestyle bloggt und explodiert, als sie von dem Betrug ihres Mannes erfährt. Der geliebte Sportwagen ihres Mannes landet unversehens im Pool. Doch der Mann lässt sich nicht lumpen und wehrt sich auf seine Art: Er lässt die Hausschlüssel austauschen, die Kreditkarten von Grace sperren und sogar den Blogzugang ändern. Jetzt reicht Grace die Scheidung ein, doch als erstes verordnet ihr der Richter eine Therapie, damit sie ihre Trennung bewältigt ohne erneut auszurasten. Grace wehrt sich zwar zunächst gegen diese Anordnung, doch dann findet sie andere Therapieteilnehmerinnen und vielleicht die große Liebe …

Wer sich auf Sommer im Herzen einlässt, wird durch viele Gefühle getrieben, die von Hass, Mitleid, Schadenfreude bis hin zu Liebe reichen. Das führt nicht nur bei Grace zu einer Wandlung … Schade, dass Mary Kay Andrews erst mit „Sommerfrauen“ 2012 in Deutschland der Durchbruch gelungen ist. Die deutschsprachige Wikipedia kennt die Bestsellerautorin Ende Juli 2014 noch nicht einmal. Leute, das geht gar nicht!

 

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