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15. Februar 2010

Dick Francis ist tot

Heute veröffentlichte der Diogenes Verlag folgende Mitteilung:

Dick Francis verstorbenDick Francis, der große Kriminalautor, ist am 14.02.2010 verstorben

Dick Francis
31.10.1920 – 14.2.2010
*31. Oktober 1920, Autor von dreiundvierzig Kriminalromanen, ist am 14. Februar 2010 in George Town auf den Cayman Inseln im Alter von 89 Jahren an Altersschwäche gestorben.

Seine Bestseller verkauften sich mehr als 70 Millionen Mal und wurden in mehr als 35 Sprachen übersetzt. Von 1962 bis zum Tod seiner Frau Mary im Jahr 2000 schrieb er jedes Jahr einen Kriminalroman und überreichte ihn persönlich Queen Elizabeth. Nach einem Unterbruch von sechs Jahren verfasste er fünf weitere Bücher, vier davon zusammen mit seinem Sohn Felix. Auf Deutsch erscheint bei Diogenes am 23.3.2010 der einundvierzigste Roman Schikanen. Die beiden letzten Romane sind in Vorbereitung.
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16. Dezember 2009

Albert Schweitzer – Eine Biographie 1875 – 1965 von Nils Ole Oermann

Albert Schweitzer- Für die Einen ein Begriff – für andere neu zu entdecken

Albert Schweitzer Als ich – mehr durch puren Zufall – entdeckte, dass es in diesem Jahr gleich zwei neue Biographien über Albert Schweitzer gibt – war ich richtig glücklich: So lange schon ist er, den ich seit Kindheit nicht nur verehrte, sondern der zu einem meiner großen Vorbilder geworden war, irgendwie aus dem Blickfeld geraten. In der jüngeren Vergangenheit wurde er mehr als eine Art ‘Mitstreiter’ in der Anti-Atom-Kapagne ins Feld geführt. Es stimmt auch, dass er sich anhand der ihm verfügbaren Literatur mit diesem Komplex auseinandergesetzt hat: Und natürlich war ihm sofort klar, welch entsetzliche Situation damit unweigerlich zukommen würde – zugekommen ist.

Nun kommt auch noch der große Film über Albert Schweitzer am 24.12.2009 ins Kino -  Warum also ist er, um den es in den letzten Jahren so still geworden ist – nun plötzlich derart ins Rampenlicht geraten ..

Schon ein Blick auf den Autor dieser Biograpie macht neugierig: Er ist 1973 geboren,  (also 36 Jahre alt) Dr. Dr., studierte Evangelische Theologie, Rechtswissenschaften, Philosophie und Geschichte in Leipzig, Münster und Oxford. Seit 2004 arbeitet er als persönlicher Referent des Bundespräsidenten. Seit 2007 berät er den Bundesminister des Inneren sowie die Deutsche Islamkonferenz und lehrt Systematische Theologie. Und morgen, wird er auch noch Professor, was ich am Telefon erfuhr, als ich ihn noch etwas wegen der AlbertSchweitzer-Biographie fragen wollte. Mich interessierte das auch deswegen, weil er selbst offensichtlich eine ebenso rasante Karriere durchläuft wie seinerzeit Albert Schweitzer. Nun also zur derzeit wirklich umfassendsten Albert Schweitzer-Biographie:

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15. Dezember 2009

Thomas Bernhard Leben und Werk in Bildern und Texten — von Erika Schmied (Fotografie) und Wieland Schmied (Text)

Thomas Bernhard privat als Nachbar und Freund wie ihn nur wenige kennen
Ein Muss für alle Freunde – aber auch Feinde? – von Thomas Bernhard

Thomas Bernhard

Dieser großformatige Bildband mit seinen über Hundert Fotos ist etwas ganz Wunderbares! In seinen drei Teilen versucht er  Thomas Bernhard so nahe zu kommen, wie es bislang noch nie jemandem gelungen ist.

Der erste Teil folgt er den Spuren von Bernhards Kindheit und Jugend, wie man sie aus dessen mehrteiliger Autobiographie kennt. “Verführerische Schönheit und tödliche Bedrohung erscheinen Thomas Bernhard in Salzburg untrennbar verbunden: ‘Meine Heimatstadt ist in Wirklichkeit eine Todeskrankheit, in welche ihre Bewohner hineingezogen werden, und gehen sie nicht in dem entscheidenden Zeitpunkt weg, machen sie direkt oder indirekt früher oder später unter allen diesen Entsetzlichen Umständen entweder urplötzlich Selbstmord  (… )’ ”

Ein düsterer Bildband über einen düsteren Autor? Mitnichten! Schon im zweiten Teil erleben wir einen ganz anderen Thomas Bernhard in seinen Häusern im oberösterreichischen Alpenvorland, in denen sich der menschenscheue Schriftsteller zunehmend vor der Umwelt abschloss: Im Vierkanthof in Ohlsdorf, erinem alten Bauerngehöft auf dem Grasberg bei Gmunden, dem abseits gelegenen Quirchtenhaus in Ottnang mit dem Blick auf Wolfsegg …

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Der Briefwechsel Thomas Bernhard / Siegfried Unseld

 Lebendiger als jede Biographie – ein großer Autor – ein großer Verleger – ein Stück ‘der’ Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts

Der Briefwechsel Thomas Bernhard/Siegfried Unseld

»Falls jemand auf ein letztes, unentdecktes Drama von Thomas Bernhard gehofft haben sollte: Hier ist es. Es heißt Briefwechsel und entstand zwischen 1961 und Bernhards Tod 1989.« das schreibt die ZEIT.  Fürchten Sie sich nicht vor den 850 Seiten dieses Buches! Es ist, von der ersten bis zur letzten Seite ein ebenso spannendes wie erhellendes Portrait: Von dem größten Verleger des 20. Jahrhunderts und einem seiner bedeutendsten Autoren.

Vielleicht hat sich schon der eine oder andere gefragt, was wohl das ‘Geheimnis’ Siegfried Unselds gewesen sein mag, dass sein Verlag so repräsentativ ist für die Literatur auch des 20. Jahrhunderts wie ebenso für die geistigen Strömungen seiner Zeit.

Obwohl sie beide – der Verleger und der Autor nicht mehr leben – hier werden und bleiben sie unglaublich lebendig – und so werden sie lebendig bleiben für alle Zeiten. Nach dem Sichten und Ordnen des Materials ist nämlich etwas herausgekommen, was so von niemandem erwartet worden war: ‘(…) nimmt hier doch die Dokumentation der Arbeit des Verlegers für seine Chronik  [die ebenfalls dem Briefwechsel begleitend beigefügt ist] einen weitaus größeren Teil als der Briefwechsel selber ein. Und doch zeigt sich, auf einen zweiten Blick, dass beides zusammengehört und überaus informativ ist. Es führt uns die gesamte Brillanz und Tragik der Beziehung dieser beiden ungewöhnlichen Persönlichkeiten vor Augen, und mit kaum einem anderen seiner Autoren dürfte Dr. Siegfried Unseld so häufig zum persönlichen Gespräch zusammengekommen sein. (…) ] Jahrzehntelang hat der Verleger auf alle – auch aggressiven – Anmutungen seines Autors geduldig geantwortet. ] ‘Ich kann nicht mehr’ …, schreibt er nach beinahe einem Vierteljahrhundert des Miteinander seinem dem Tod entgegengehenden Autor. Dieser antwortet: , Dann streichen Sie mich aus Ihrem Gedächtnis und aus dem Verlag …’ ‘

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5. Dezember 2009

Das Haus Wittgenstein – von Alexander Waugh

Geschichte einer ungewöhnlichen Familie  und ein farbiger Abschnitt Zeitgeschichte

Das Haus WittgensteinWenn einem bei einem Buch, in dem man eine Familiengeschichte erwartet hat, plötzlich ein Herzklopfen überkommt, oder man von einer Gänsehaut überzogen wird, oder einem der Atem stockt – dann ist das mehr als ungewöhnlich. Als ich es ausgelesen hatte, suchte ich im Internet nach Besprechungen dazu. Also, die aus dem englischsprachigen Raum waren des Lobes voll. Aber bei einigen aus unserem Gebiet stellte ich etwas Verblüffendes fest: Sie äußerten sich zurückhaltend bis negativ, weil sie etwas vermissten: Sie nahmen nämlich den Verfasser übel, dass er die Ikone der Philosophie: Ludwig Wittgenstein,  (dem jüngsten Sohn der Familie) nicht ausreichend gewürdigt habe, sondern dessem Bruder, den einarmigen Pianisten Paul Wittgenstein, soviel Aufmerksamkeit schenke.

Tatsächlich ist der Autor – nach einem Studium der Musik, Konzertagent und Musikkritiker. Er hat auch völlig Recht, indem er die Musik in den Vordergrund stellt: Sie spielt im Leben der Wittgensteins eine überragende Rolle. Umsomehr ist zu bewundern, wie er hier – gestützt auf ein riesiges Quellenmaterial – auch ein schicksalsreiches Stück Zeitgeschichte wie einen Film vor uns abrollen lässt …

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1. Dezember 2009

Goethe und Schiller – Geschichte einer Freundschaft — von Rüdiger Safranski

Goethe SchillerScheinbar zunächst unüberwindbare Gegensätze – aus ihrem Zusammentreffen wird nicht nur eine große, bewegende Freundschaft – ein  wichtiges Kapitel Literaturgeschichte: Eine Sternstunde!

Goethe und Schiller wären im Grunde gar nicht so weit auseinander gewesen: Es trennten sie nur zehn Jahre. Tatsächlich leben sie viele Jahre jeweils in absolut anderen Welten – obwohl jeder, was der andere tat – stets im Auge behielt. Goethe lebte auf der Sonnenseite des Lebens; finanzielle Sorgen hatte er nicht. Am Anfang dieses Buches kommt er ganz erfüllt von seiner zweijährigen Italienreise zurück, zu der er einfach so aus Karlsbad aufgebrochen war.  Er reiste allein und inkognito – beídes war ungewöhnlich. Er reiste über Regensburg, Innsbruck und den Brenner zum Gardasee, nach Verona, Venedig, Ferrara, Bologna, Rom, Neapel und Sizilien. Man muss sich aber vorstellen, wieviele Kilometer, Landschaften er dabei über- oder durchquerte. Die Kilometerzahl weiß´ich nicht; wohl aber, dass er auf Kutschen angewiesen war, die, wenn es gut ging, täglich 100 – 120 km schaffen konnten. Was zeigt, dass er bei aller Geistesgröße auch ein Kraftpaket war, das das alles aushalten konnte. (Sie können ja mal Goethes Italienreise selbst nachlesen: sehr reizvoll.)

Schiller, von ganz anderer Verfassung und von Krankheiten verfolgt, lebte sozusagen im Schatten. Schon scheint seit seinem Medizin-Studium – er musste seine Dissertation ‘Philosophie der Physiologie’ dreimal verfassen: Bereits hier zeigt sich etwas für ihn Grundlegendes: Alles was er unternahm, betrieb er mit der ihm eigenen Leidenschaft.  So seine Versuche, irgendwo im Körper die Seele gleichsam bei ihren geheimsten Operationen zu ertappen. Mit diesen Gedanken war er seiner Zeit weit voraus. Dennoch lebte er im Schatten; er wurde ständig von Geldsorgen und auch von Krankheit geplagt. Aber auch von Goethe ist zu sagen, er sei seiner Zeit weit voraus gewesen: Hatte er doch u. vielem anderen das Bindeglied gefunden, das erklären konnte, dass der Mensch vom Tier her stammen müsse: den Zwischenkieferknochen.

Aber es war ihr Schicksal, dass sie einmal zusammenfinden würden: Für beide das größte Geschenk ihres Lebens.

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18. November 2009

Open — von Andre Agassi

Agassi André OpenAndre Agassi ist ein ehemaliger US-amerikanischer Tennisspieler und Olympiasieger. In den 21 Jahren seiner Karriere gewann Agassi 60 Einzelturniere, darunter insgesamt 8 Grand-Slam-Turniere. Als einer von mur sechs Spielern in der Tennisgeschichte konnte Agassi dabei alle vier Grand-Slam-Turniere zumindest einmal gewinnen. 1996 holte er Gold bei den Olympischen Spielen im Einzel und drei Daviscup-Siege für die USA. Agassi gilt seither als einer der besten Spieler der 90er Jahre. Auch der Titel eines der besten Tennisspieler aller Zeiten wird ihm immer wieder zugesprochen.

In seinem Buch Open  spricht er offen über sein Leben.

Zum Wunderkind erkoren, zum Tennis getrieben, (weiterlesen…)

1. Oktober 2009

Katias Mutter
Auf der Suche nach dem verlorenen Sohn
Frau Thomas Mann
alle von Inge und Walter Jens

 Thomas Mann

Eine ferne Spur zu Thomas Mann …

Was hat der größte deutsche Schriftsteller den das 20. Jahrhundert hatte, Thomas Mann (1875-1955), geboren in Lübeck,   mit jenem Unternehmer Rudolf Pringsheim (1821-1901) geboren in Oels (Oberschlesien), und mit der noch heute geehrten Frauenrechtlerin Hedwig Dohm (1831-1919) geboren in Berlin zu tun? Ich wage zu sagen: Ohne diese beiden Personen hätte es ihn vielleicht gar nicht, oder sein riesiges Werk zumindest gar nicht so, gegeben!

Rudolf Pringsheim, aus jüdischer Kaufmannsfamilie, hatte wesentlichen Anteil an der Verkehrserschließung des oberschlesischen Kohlereviers. Zunächst verband er die Gruben mit Pferdebahnen, später nach Ausbau des Streckennetzes, stellte er auf Dampflokomotiven um. Bei der Übernahme durch den Staat, großzügig entschädigt, zog er nach Berlin und erbaute dort ein Haus, richtig: ein Palais, das jahrzehntelang eine Sehenswürdigkeit war. Auch anderweitig verwaltete er sein Vermögen sehr gewinnbringend.

Hedwig Dohm, (später die noch heute berühmte Frauenrechtlerin)  war das unehelich geborene 3- Kind (von insgesamt 18) des Tabakfabrikanten Gustav Adolf Gotthold Schlesinger, jüdischer Abstammung, aber bereits 1817 zum protestantischen Glauben konvertiert. Wie alle Töchter der Familie erhielt sie nur eine eingeschränkte Schulausbildung, musste mit 15 Jahren die Schule verlassen und im Haushalt helfen. Sie gierte nach Bildung, war eine besessene Leserin (die sich auch durch Schläge davon nicht abhalten ließ) und durfte schließlich drei Jahre später ein Lehrerinnenseminar besuchen…

Diese so unterschiedlichen Personen sind der Ausgangspunkt der obigen drei Bücher, die,  in anderer Reihenfolge erschienen,  jedoch, wie oben angeordnet,  nacheinander von mir besprochen und auch in dieser Reihenfolge gelesen werden sollten. So sind sie nicht nur die spannende Geschichte dreier deutscher Familien; sie zeichnen auch nach, wie es in  Deutschland als jüdisch bezeichneten, zu Vermögen und Kultur aufgestiegene Familien schließlich erging.

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28. Juli 2009

Meine spirituelle Autobiographie — von Tenzin Gyatso, dem XIV. Dalai Lama

Meine spirituelle AutobiographieEs ist eine besondere Lebensgeschichte. Für unser westliches Empfinden klingt sie fast wie ein Märchen und erscheint uns oft zum Begreifen zu weit weg. Das Leben des Tenzin Gyatso, der XIV. Dalai Lama, das spirituelle und politische Oberhaupt der Tibeter.

In seiner Autobiographie schaut er zurück auf sein Leben. Er lässt den Leser teilhaben an seiner Kindheit als Sohn eines Kleinbauern und seiner Frau. Schildert das karge Leben, die Erlebnisse mit den Tieren. Er erzählt von Kinderspielen und Ereignissen, die schon fast prophetisch sein späteres Leben erahnen lassen, von Begenungen mit einfachen Leuten und einflußreichen Machthabern. Er erzählt aus seiner Sicht von seinem Volk, seinen Nachbarn, seinen Widersachern und seinen Freunden.

Erstaunliches weiß Tenzin Gyatso zu berichten, so zum Beispiel: (weiterlesen…)

20. Juli 2009

Frank McCourt ist tot

Frank McCourt © Isolde OhlbaumDer irisch-amerikanische Schriftsteller Frank McCourt ist am Sonntag in einem Hospiz in New York einem Krebsleiden erlegen. Der Pulitzer-Preisträger starb im Alter von 78 Jahren.Frank McCourt war in den neunziger Jahren mit dem autobiografischen Roman “Die Asche meiner Mutter” berühmt geworden, in dem er die Jahre seiner Kindheit und Jugend in Irland schildert.

Frank McCourt wurde 1930 in New York als ältester Sohn irischer Einwanderer geboren. Als er vier Jahre alt war, kehrte die Familie nach Irland zurück und lebte unter ärmlichsten Umständen in Limerick. Mit 19 Jahren hatte Frank genug Geld gespart, um nach Amerika zurückzukehren. Unmittelbar nach seiner Ankunft in den USA wurde er in die Armee eingezogen, (weiterlesen…)