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8. Februar 2010

Mein Abschied vom Himmel — von Hamed Abdel-Samad

Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland
Oder: Warum es im 21. Jahrhundert gilt, die Botschaft des Koran ohne Verlust und ohne Gewalt neu zu überdenken.

Mein Abschied vom Himmel

Zuerst einmal dies: Wer vermutet hat, dass hier ein Insider ein Anti-Islambuch geschrieben hat, der irrt. Aber ich bin im Stillen davon überzeugt, dass dieser selbst-schonungslose  Bericht von den ersten 37 Jahren eines Lebens, das in einem Dorf in Ägypten begann, mehr erreichen kann, als die endlosen Islam-Kommentare, mit denen wir täglich konfrontiert werden.

Damit gleich besser verständlich wird, um was es geht, zitiere ich einfach etwas aus den letzten Buchseiten: “Dieses Buch ist weder eine Abrechnung mit meiner Kultur noch ein Aufruf zum Glaubensverlust. Mein Anliegen ist lediglich, die Widersprüche meines Lebens zu verstehen. ‘Abschied vom Himmel’ ist ein Abschied vom Gottesbild, das ich ablehne: ein erhabener, wütender Gott, der nicht nach seinem Handeln gefragt werden darf und dennoch Menschen für ihre Fehltritte bestraft. Ein Patriarch, der nur diktiert, aber nie verhandelt, und die Menschen bis in die intimsten Lebenssituationen mit Geboten und Verboten verfolgt. (weiterlesen…)

2. Februar 2010

Die Steinzeit steckt uns in den Knochen — von Detlev Ganten, Thilo Spahl und Thomas Deichmann

Gesundheit als Erbe der Evolution: Eine vielversprechende Richtung der Medizin: Evolutionäre Medizin. Oder: Wie der Mensch wie Phönix aus – - dem Meer entstieg – warum er mehr davon wissen sollte …

Die Steinzeit steckt uns in den Knochen

… auf dem Weg zu einer evolutionären Medizin – aber was ist das eigentlich?

Unsere genetische Ausstattung ist prima an ein Leben  … in der Steinzeit angepasst. Was allerdings damals von Vorteil war und das Überleben sicherte, wird in der heutigen Zivilisationsgesellschaft jedoch oft zum Risikofaktor. Viele Krankheiten verstehen wir nur, wenn wir die evolutionären Prozesse dahinter analysieren.

Keine Angst, dass das Buch kompliziert sein wird für Sie. Die, die es gelesen haben, sind begeistert von diesem Buch. “Ein Buch, das einem die Augen öffnet für die Evolution des Blinddarms” meinte – wie immer überspitzt und ironisch Dr. Eckart von Hirschhausen, der, wie Sie vermutlich bereits wissen, selbst Mediziner ist.

Die Autoren dieses wirklich auch spannend geschriebenen Buches lassen Sie nicht allein: (weiterlesen…)

25. Januar 2010

Das Unternehmen Jesus — von Leo G. Linder

Wahrheit und Wirklichkeit des frühen Christentums

Das Unternehmen Jesus

Dieses Buch wird auch für Sie eine Überraschung sein: Sind wir doch in den letzten Jahren, wenn ein Buch zum Thema ‘Jesus’ erschien, mehr oder weniger daran fast gewöhnt, dass uns mitgeteilt und bewiesen wird, was – nach heutiger Sicht – alles fragwürdig an dieser Gestalt des Neuen Testaments ist, der wohl eine der wesentlichsten Kulturbewegungen und -entwicklung in den letzten 2000 Jahren folgte. In diesem Buch ist alles anders. Da haben sich  keine Historiker, Theologen – beider Konfessionen – Kulturjournalisten etc. des Themas kritisch angenommen. Da kommt – allerdings meisterhaft – ein gläubiger Christ zu Wort.

Hier ist endlich mal wieder etwas gelungen, von dem man sich eigentlich dachte, das sei heute gar nicht mehr möglich: Da hat sich jemand einfach nach seinen Möglichkeiten gründlich informiert und ist danach hingefahren, um festzustellen, was man heute noch von den Zeiten des Beginns des Christentums tatsächlich noch finden kann. Entstanden ist dabei ein großer, interessanter, wunderschöner Text- und Bildband, der obendrein für erstaunlich wenig Geld zu haben ist.

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20. Januar 2010

War meine Zeit meine Zeit — von Hugo Loetscher

Einzigartiger, fragender aber auch antwortender Bericht der Reise(n) eines einzigen Menschen

Hugo Lötscher
Gerade frage ich mich, ob Sie ein Buch interessiert hätte, das Ihnen wie folgend vom Verlag beschrieben wird: “Von Fluss- und Lebensläufen – Hugo Loetscher entwirft, persönlich und analytisch brillant, die Landkarte seiner Empfindsamkeit: die Summa eines großen literarischen Werks und eines unerschöpflich neugierigen Geistes, immer unterwegs zu neuen Ufern und fremden Küsten. ”

Vielleicht wäre Ihnen doch vielleicht dieses Buch lieber, das ich Ihnen jetzt beschreiben möchte:

So fängt es an: (weiterlesen…)

31. Dezember 2009

Murks: Der planlose Bau des menschlichen Gehirns — von Gary Marcus

MurksWarum das Gehirn ständig Fehler macht – und wieso das häufig keiner merkt

Ein witziges Buch über ein schrulliges Wesen: den Menschen. Wir nehmen Dinge wahr, die gar nicht existieren. Wir täuschen uns permanent, und logisches Denken ist eher die Ausnahme. Was tun mit diesem Murks im Kopf?

Die Evolution hatte ein Problem, als sie das archaische Gehirn unserer Vorfahren umzubauen begann: Es musste in Betrieb bleiben, während der Mensch entstand, und deshalb konnte sie es nicht einfach abreißen wie eine Ruine. Also pfropfte sie die neuen Bauteile irgendwie mehr oder weniger passend auf die alten. Dabei ist Murks entstanden, ein Flickwerk (weiterlesen…)

30. Dezember 2009

Man muss kein Held sein — von Chesley B. Sullenberger

Man muss kein Held seinAuf welche Werte es im Leben ankommt

Am 15. Januar 2009 startet der Inlandsflug 1549 in New York. In einer Höhe von etwa 1000 Metern – die Maschine befindet sich gerade über der Bronx – kollidiert ein Schwarm Wildgänse mit dem Airbus, an Bord sind 150 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder.

Kapitän Sullenberger meldet Schubverlust in beiden Triebwerken und entscheidet sich wegen der geringen Flughöhe für eine hochriskante Notwasserung. Nur sechs dramatische Minuten nach dem Start trifft die Maschine im Gleitflug auf dem Hudson auf, rund anderthalb Kilometer vom Times Square entfernt. Rettungskräften gelingt die Evakuierung der Passagiere. Die Bilder von der spektakulären Landung und Rettungsaktion gehen bald um die Welt.

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22. Dezember 2009

In der Mitte des Lebens — von Margot Käßmann

In der Mitte des Lebens50 – und definitiv zu alt für faule Kompromisse. Die Frage ist: Was war bis hierher? Und: Was habe ich noch vor? – Margot Käßmann legt ein Buch vor, das so lebendig ist wie jede wahre Geschichte und das hilft, den eigenen Standort klarer zu sehen. In zehn Kapiteln geht die Autorin den Themen nach, die sich mitten im Leben stellen: Jugendlichkeit und Alter, Familie, Freundschaft und Alleinsein, Schönheit und Scheitern, Krankheit und Glück, Grenzen und Kraftquellen, Routine und Veränderung.

Ein interessantes Buch, das das Thema 50 auch vom theologischen Standpunkt aus betrachtet. Ab 50 spricht man ja auch von der Lebensmitte, das klingt zwar etwas bedrückend, heißt aber eigentlich nichts anderes als mitten drin. Ein Buch, das unbedingt zu empfehlen ist. Zu diesem Buch finden Sie übrigens auch eine Leseprobe bei buchwelt.de. (weiterlesen…)

16. Dezember 2009

Albert Schweitzer – Eine Biographie 1875 – 1965 von Nils Ole Oermann

Albert Schweitzer- Für die Einen ein Begriff – für andere neu zu entdecken

Albert Schweitzer Als ich – mehr durch puren Zufall – entdeckte, dass es in diesem Jahr gleich zwei neue Biographien über Albert Schweitzer gibt – war ich richtig glücklich: So lange schon ist er, den ich seit Kindheit nicht nur verehrte, sondern der zu einem meiner großen Vorbilder geworden war, irgendwie aus dem Blickfeld geraten. In der jüngeren Vergangenheit wurde er mehr als eine Art ‘Mitstreiter’ in der Anti-Atom-Kapagne ins Feld geführt. Es stimmt auch, dass er sich anhand der ihm verfügbaren Literatur mit diesem Komplex auseinandergesetzt hat: Und natürlich war ihm sofort klar, welch entsetzliche Situation damit unweigerlich zukommen würde – zugekommen ist.

Nun kommt auch noch der große Film über Albert Schweitzer am 24.12.2009 ins Kino -  Warum also ist er, um den es in den letzten Jahren so still geworden ist – nun plötzlich derart ins Rampenlicht geraten ..

Schon ein Blick auf den Autor dieser Biograpie macht neugierig: Er ist 1973 geboren,  (also 36 Jahre alt) Dr. Dr., studierte Evangelische Theologie, Rechtswissenschaften, Philosophie und Geschichte in Leipzig, Münster und Oxford. Seit 2004 arbeitet er als persönlicher Referent des Bundespräsidenten. Seit 2007 berät er den Bundesminister des Inneren sowie die Deutsche Islamkonferenz und lehrt Systematische Theologie. Und morgen, wird er auch noch Professor, was ich am Telefon erfuhr, als ich ihn noch etwas wegen der AlbertSchweitzer-Biographie fragen wollte. Mich interessierte das auch deswegen, weil er selbst offensichtlich eine ebenso rasante Karriere durchläuft wie seinerzeit Albert Schweitzer. Nun also zur derzeit wirklich umfassendsten Albert Schweitzer-Biographie:

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15. Dezember 2009

Thomas Bernhard Leben und Werk in Bildern und Texten — von Erika Schmied (Fotografie) und Wieland Schmied (Text)

Thomas Bernhard privat als Nachbar und Freund wie ihn nur wenige kennen
Ein Muss für alle Freunde – aber auch Feinde? – von Thomas Bernhard

Thomas Bernhard

Dieser großformatige Bildband mit seinen über Hundert Fotos ist etwas ganz Wunderbares! In seinen drei Teilen versucht er  Thomas Bernhard so nahe zu kommen, wie es bislang noch nie jemandem gelungen ist.

Der erste Teil folgt er den Spuren von Bernhards Kindheit und Jugend, wie man sie aus dessen mehrteiliger Autobiographie kennt. “Verführerische Schönheit und tödliche Bedrohung erscheinen Thomas Bernhard in Salzburg untrennbar verbunden: ‘Meine Heimatstadt ist in Wirklichkeit eine Todeskrankheit, in welche ihre Bewohner hineingezogen werden, und gehen sie nicht in dem entscheidenden Zeitpunkt weg, machen sie direkt oder indirekt früher oder später unter allen diesen Entsetzlichen Umständen entweder urplötzlich Selbstmord  (… )’ ”

Ein düsterer Bildband über einen düsteren Autor? Mitnichten! Schon im zweiten Teil erleben wir einen ganz anderen Thomas Bernhard in seinen Häusern im oberösterreichischen Alpenvorland, in denen sich der menschenscheue Schriftsteller zunehmend vor der Umwelt abschloss: Im Vierkanthof in Ohlsdorf, erinem alten Bauerngehöft auf dem Grasberg bei Gmunden, dem abseits gelegenen Quirchtenhaus in Ottnang mit dem Blick auf Wolfsegg …

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Der Briefwechsel Thomas Bernhard / Siegfried Unseld

 Lebendiger als jede Biographie – ein großer Autor – ein großer Verleger – ein Stück ‘der’ Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts

Der Briefwechsel Thomas Bernhard/Siegfried Unseld

»Falls jemand auf ein letztes, unentdecktes Drama von Thomas Bernhard gehofft haben sollte: Hier ist es. Es heißt Briefwechsel und entstand zwischen 1961 und Bernhards Tod 1989.« das schreibt die ZEIT.  Fürchten Sie sich nicht vor den 850 Seiten dieses Buches! Es ist, von der ersten bis zur letzten Seite ein ebenso spannendes wie erhellendes Portrait: Von dem größten Verleger des 20. Jahrhunderts und einem seiner bedeutendsten Autoren.

Vielleicht hat sich schon der eine oder andere gefragt, was wohl das ‘Geheimnis’ Siegfried Unselds gewesen sein mag, dass sein Verlag so repräsentativ ist für die Literatur auch des 20. Jahrhunderts wie ebenso für die geistigen Strömungen seiner Zeit.

Obwohl sie beide – der Verleger und der Autor nicht mehr leben – hier werden und bleiben sie unglaublich lebendig – und so werden sie lebendig bleiben für alle Zeiten. Nach dem Sichten und Ordnen des Materials ist nämlich etwas herausgekommen, was so von niemandem erwartet worden war: ‘(…) nimmt hier doch die Dokumentation der Arbeit des Verlegers für seine Chronik  [die ebenfalls dem Briefwechsel begleitend beigefügt ist] einen weitaus größeren Teil als der Briefwechsel selber ein. Und doch zeigt sich, auf einen zweiten Blick, dass beides zusammengehört und überaus informativ ist. Es führt uns die gesamte Brillanz und Tragik der Beziehung dieser beiden ungewöhnlichen Persönlichkeiten vor Augen, und mit kaum einem anderen seiner Autoren dürfte Dr. Siegfried Unseld so häufig zum persönlichen Gespräch zusammengekommen sein. (…) ] Jahrzehntelang hat der Verleger auf alle – auch aggressiven – Anmutungen seines Autors geduldig geantwortet. ] ‘Ich kann nicht mehr’ …, schreibt er nach beinahe einem Vierteljahrhundert des Miteinander seinem dem Tod entgegengehenden Autor. Dieser antwortet: , Dann streichen Sie mich aus Ihrem Gedächtnis und aus dem Verlag …’ ‘

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