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25. Februar 2010

Mein Jenseits – Novelle — von Martin Walser

Oder: Dreiundachtzig  – Das Unerklärliche – Eine Komi-Tragödie

Mein Jenseits“Einem fliehenden Pferd kannst du dich nicht in den Weg stellen. [ ... ] Und: ein fliehendes Pferd lässt nicht mit sich reden“. Dieser Satz aus Walsers Novelle “Ein fliehendes Pferd – geschrieben, als Walser fünfzig war – gilt jetzt, nach weiteren dreiunddreißig gelebten Jahren,  noch immer und doch anders. Ob Walser damals, als er diesen Satz schrieb, daran gedacht hat, als wie wahr dieser sich auch für ihn selbst, Lebensjahr um Lebensjahr, herausstellen sollte? Wie sieht das jetzt, auf der Zielgeraden angelangt, aus?

Als Walser 1977 ‘Ein fliehendes Pferd’ schrieb, wurde daraus – zu seiner Überraschung – sein bis dahin größter Erfolg: Er hatte mit der Schilderung der beiden sich zufällig treffenden ehemaligen Schulfreunden, Helmut Hahn und Klaus Buch, und deren Frauen nur scheinbar auseinanderdriftende Pole beschrieben. Offenbar so genau, dass für alle, selbst eine Midlife-Crisis Erlebende, das Buch eine Offenbarung wurde. Denn: Im Lauf der Novelle werden aller Lebenseinstellungen in Frage gestellt. Eine harte Erkenntnis: Die Realität der eigenen Wirklichkeit. Die Novelle entstand als ‘Nebenarbeit’, als Walser an einem größeren Buch schrieb, der ‘Seelenarbeit’, und zwischendrin irgendwie nicht von der Stelle kam.

Und nun der Schritt zu: ‘Mein Jenseits’? In einem Interview (Datum konnte ich nicht eruieren) antwortet Martin Walser zum Thema Tod befragt: “Ich muss mich davor hüten, zu glauben, mir stehe nur noch eine beschränkte Zeit zur Verfügung. Natürlich weiß ich, dass schon vielen Leuten das, woran sie gerade arbeiteten, durch den Tod aus der Hand geschlagen worden ist. Diese Befürchtung spielt bei mir, wenn ich beim Arbeiten bin, keine Rolle. Ich muss es mir leisten, in der Zeitlosigkeit zu existieren.” Trotzdem – auch Martin Walser kann es nicht leugnen – er wird immer älter. Wie aber damit umgehen?

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18. Februar 2010

Schon wieder — Plagiate in der deutschen Buchszene

Schon wieder !

Nachdem erst Helene Hegemanns Debütroman Axolotl Roadkill mit den Vorwürfen des Abschreibens konfrontiert wurde, gibt es nun schon wieder eine neue Schlagzeile:
Piper-Autor hat abgeschrieben

Döner for OneWie das Börsenblatt berichtet, hat Jens Lindner für seinen Debütkrimi “Döner for One”, der im Dezember als Piper-Taschenbuch erschienen ist, große Teil aus dem Buch “Einmal ist keinmal” von Janet Ecanovichs (1996 bei Goldmann) übernommen. Der Piper Verlag nahm das Buch nun vom Markt, nachdem der Verlag zu der Einschätzung gelangte, dass es “evidente Übereinstimmungen” zwischen beiden Titeln gab. Der Goldmann Verlag wurde von Piper informiert und ist mit dem Vorgehen einverstanden.

Die Diskussion über das Buch von Helene Hegemann, das Buch ist bereits auf der Bestsellerliste und für den Literaturpreis der Leipziger Buchmesse 2010 nominiert, verlief da etwas anders. (weiterlesen…)

15. Februar 2010

Dick Francis ist tot

Heute veröffentlichte der Diogenes Verlag folgende Mitteilung:

Dick Francis verstorbenDick Francis, der große Kriminalautor, ist am 14.02.2010 verstorben

Dick Francis
31.10.1920 – 14.2.2010
*31. Oktober 1920, Autor von dreiundvierzig Kriminalromanen, ist am 14. Februar 2010 in George Town auf den Cayman Inseln im Alter von 89 Jahren an Altersschwäche gestorben.

Seine Bestseller verkauften sich mehr als 70 Millionen Mal und wurden in mehr als 35 Sprachen übersetzt. Von 1962 bis zum Tod seiner Frau Mary im Jahr 2000 schrieb er jedes Jahr einen Kriminalroman und überreichte ihn persönlich Queen Elizabeth. Nach einem Unterbruch von sechs Jahren verfasste er fünf weitere Bücher, vier davon zusammen mit seinem Sohn Felix. Auf Deutsch erscheint bei Diogenes am 23.3.2010 der einundvierzigste Roman Schikanen. Die beiden letzten Romane sind in Vorbereitung.
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8. Februar 2010

Mein Abschied vom Himmel — von Hamed Abdel-Samad

Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland
Oder: Warum es im 21. Jahrhundert gilt, die Botschaft des Koran ohne Verlust und ohne Gewalt neu zu überdenken.

Mein Abschied vom Himmel

Zuerst einmal dies: Wer vermutet hat, dass hier ein Insider ein Anti-Islambuch geschrieben hat, der irrt. Aber ich bin im Stillen davon überzeugt, dass dieser selbst-schonungslose  Bericht von den ersten 37 Jahren eines Lebens, das in einem Dorf in Ägypten begann, mehr erreichen kann, als die endlosen Islam-Kommentare, mit denen wir täglich konfrontiert werden.

Damit gleich besser verständlich wird, um was es geht, zitiere ich einfach etwas aus den letzten Buchseiten: “Dieses Buch ist weder eine Abrechnung mit meiner Kultur noch ein Aufruf zum Glaubensverlust. Mein Anliegen ist lediglich, die Widersprüche meines Lebens zu verstehen. ‘Abschied vom Himmel’ ist ein Abschied vom Gottesbild, das ich ablehne: ein erhabener, wütender Gott, der nicht nach seinem Handeln gefragt werden darf und dennoch Menschen für ihre Fehltritte bestraft. Ein Patriarch, der nur diktiert, aber nie verhandelt, und die Menschen bis in die intimsten Lebenssituationen mit Geboten und Verboten verfolgt. (weiterlesen…)

2. Februar 2010

Die Steinzeit steckt uns in den Knochen — von Detlev Ganten, Thilo Spahl und Thomas Deichmann

Gesundheit als Erbe der Evolution: Eine vielversprechende Richtung der Medizin: Evolutionäre Medizin. Oder: Wie der Mensch wie Phönix aus – - dem Meer entstieg – warum er mehr davon wissen sollte …

Die Steinzeit steckt uns in den Knochen

… auf dem Weg zu einer evolutionären Medizin – aber was ist das eigentlich?

Unsere genetische Ausstattung ist prima an ein Leben  … in der Steinzeit angepasst. Was allerdings damals von Vorteil war und das Überleben sicherte, wird in der heutigen Zivilisationsgesellschaft jedoch oft zum Risikofaktor. Viele Krankheiten verstehen wir nur, wenn wir die evolutionären Prozesse dahinter analysieren.

Keine Angst, dass das Buch kompliziert sein wird für Sie. Die, die es gelesen haben, sind begeistert von diesem Buch. “Ein Buch, das einem die Augen öffnet für die Evolution des Blinddarms” meinte – wie immer überspitzt und ironisch Dr. Eckart von Hirschhausen, der, wie Sie vermutlich bereits wissen, selbst Mediziner ist.

Die Autoren dieses wirklich auch spannend geschriebenen Buches lassen Sie nicht allein: (weiterlesen…)